Auftritt hatten, egal ob sie dafür bezahlt wurden oder nicht. Doch einige Male hatten sie Gage bekommen und die kam in eine alte bunte Kaffeedose, die ihnen Davids Oma zu diesem Zweck geschenkt hatte. Es gab immer etwas, wofür Geld gebraucht wurde. Zum Beispiel jetzt, um an dem Bandwettbewerb teilzunehmen.David verzog das Gesicht. »Etwas über 300 Euro.«Lena zuckte mit den Schultern. »Dann müssen wir wohl jeder noch was beisteuern. Ich habe 50 Euro von meinem Geburtstag.«»Das ist immer noch zu wenig.«Vincent, der bisher nur zugehört hatte, sagte: »Ich kann ja meinen Vater mal fragen.« »Auf keinen Fall!«, antworteten Timo und Lena fast gleichzeitig. Vincents Vater war ein reicher Sack. Für ihn wäre es ein Leichtes gewesen, die Band zu sponsern. Doch der Alte hatte weder für Musik noch für seinen Sohn etwas übrig. Dass Vincent ihn überhaupt erwähnte, zeigte, wie verzweifelt er sein musste. Außer Streit würde Vincentnichts erreichen, wenn er seinen Vater anpumpte. Das war so was von vorprogrammiert. Es musste eine andere Möglichkeit geben. »Vielleicht kann ich jemanden auftreiben, der uns nach Wien bringt, dann hätten wir die 

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Fahrtkosten schon mal gespart«, überlegte ich laut. Ich dachte dabei an den Freund meiner Schwester, Leon. Der hatte gerade seinen

Führerschein gemacht. Theresa war seit ein paar Monaten mit ihm zusammen und verbrachte mehr Zeit bei ihm als zu Hause, aber das war okay. Leon war in Ordnung. Außerdem würde es womöglich weniger Probleme mit unseren Eltern geben, wenn sie wussten, dass ein Erwachsener mit dabei war. Na ja, ein quasi Erwachsener. Leon und Theresa würden im Herbst mit dem Studium anfangen.»Du sagst immer ›uns‹. Du kannst nicht mit«, sagte Lena mit gerunzelter Stirn …

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